Klassische Merkmale einer Depression

DEPRESSION

ist die häufigste psychische Erkrankung. Laut aktuellen Studien erkranken allein in Deutschland 10 – 20 % aller Bundesbürger einmal in ihrem Leben an einer depressiven Episode.

Die Symptome einer depressiven Erkrankung sind lang andauernde Niedergeschlagenheit, Traurigkeit, Antriebslosigkeit, Schlafstörungen, Schuldgefühle, Grübelzwang, Konzentrationsschwierigkeiten, Hilf- und Hoffungslosigkeit. Eine Depression entsteht meist durch ein Interagieren verschiedener Faktoren. Neben genetischer Veranlagung und neurobiologischen Veränderungen spielen auch psychische sowie psychosoziale Faktoren eine wesentliche Rolle. Leiden mehrere Familienangehörige unter einer depressiven Erkrankung, so kann das eigene Risiko, z. B. unter Stress psychisch zu erkranken, erhöht sein. Auch konnten in Studien neurobiologische Veränderungen bei Betroffenen festgestellt werden.

Es zeigte sich, dass während einer Depression der Stoffwechsel des Gehirns gestört ist. Die Botenstoffe Serotonin, Dopamin und Noradrenalin sind vor allem betroffen. Auslöser sind meist psychische und psychosoziale Veränderungen, wie der Verlust des Arbeitsplatzes, chronische Überlastung, Trennung oder andere kritische Lebensereignisse. So individuell wie die Symptome einer Depression, so unterschiedlich können auch die Auslöser sein. Bei vielen Patienten ist jedoch kein eindeutiger Auslöser zu identifizieren.

Depressive Erkrankungen können mit unterschiedlichen psychotherapeutischen Verfahren behandelt werden. Wirksamkeitsbelege liegen sowohl für die tiefenpsychologisch orientierte Psychotherapie als auch für die Verhaltenstherapie vor. Hier gilt es nach dem Erstgespräch die geeignete Methode für den Patienten auszuwählen, sehr häufig auch in Kombination miteinander und  mit einer anfänglichen antidepressiven Medikation, natürlich letztere nur, wenn vom Patienten gewünscht! Bei beiden der Formen der  Psychotherapie sollte primär immer die  Hilfe zur Selbsthilfe für den Patienten im Mittelpunkt stehen. Dem Patienten werden nach Einsicht in Ursachen und Entstehungsgeschichte seiner Probleme Methoden an die Hand gegeben, mit denen er zukünftig besser zurecht kommt.

Zu den klassischen klinischen Merkmalen zählen:

  • Angst und Anspannung, übertriebene, der Realität nicht entsprechende Zukunftsängste, Zukunftssorgen, Bagatellstörungen im Bereich des eigenen Körpers führen zu starker Beunruhigung mit hypochondrischen Tendenzen.
  • kognitiven Verzerrungen  z.B. in Form selektiver Wahrnehmung negativer Ereignisse. Negative Gedanken und Eindrücke werden über- und positive Aspekte nicht adäquat bewertet. Zusätzlich negative Sicht von Selbst, Welt und Zukunft.
  • Meistens ist der Schlaf gestört und/oder nicht erholsam  und das Aufstehen am Morgen kann Probleme bereiten (sog. Morgentief)
  • Allgemeine Passivität
  • Sozialer Rückzug und Ablehnung durch Andere. Das Gefühlsleben ist teilweise eingeengt, was zum Verlust des Interesses an der Umwelt führen kann.
  • Verschlechterung der Partner- und Familienbeziehungen. Teilweise auch Verminderung des sexuellen Interesses.

Depressive Erkrankungen gehen oft mit körperlichen Symptomen einher, sogenannten Vitalstörungen, wie Appetitlosigkeit, Schlafstörungen, Gewichtsabnahme, Gewichtszunahme, häufig auch mit Schmerzen in ganz unterschiedlichen Körperregionen, am typischsten mit einem quälenden Druckgefühl auf der Brust.

Alle Symptome der Depression können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Man spricht deshalb allgemein von einer leichten, mittleren oder schweren Depression.

Geschlechtsspezifische Unterschiede in der Symptomatik:

Die Symptomatik einer Depression kann sich bei Frauen und Männern auf unterschiedliche Weise ausdrücken. Bei den Kernsymptomen sind die Unterschiede sehr gering. Während bei Frauen eher Phänomene wie Mutlosigkeit und Grübeln verstärkt zu beobachten sind, gibt es bei Männern deutliche Hinweise darauf, dass eine Depression sich auch in einer Tendenz zu aggressivem Verhalten auswirken kann, es kommt vermehrt zu Klagen über Schlaflosigkeit und deutlich mehr Anzeichen von Reizbarkeit, Verstimmung, schnellem Aufbrausen, Wutanfällen, Unzufriedenheit mit sich und anderen, Neigung zu Vorwürfen und nachtragendem Verhalten, erhöhter Risikobereitschaft, exzessivem Sporttreiben, sozial unangepasstem Verhalten, ausgedehntem Alkohol- und Nikotinkonsum sowie einem erhöhten Selbsttötungsrisiko. Bei Frauen werden Depressionen im Durchschnitt doppelt so oft wie bei Männern diagnostiziert. Dies kann auf eine verstärkte genetische Disposition von Frauen zur Depression hinweisen, aber auch mit den unterschiedlichen sozialen Rollen und Zuschreibungen zusammenhängen

 

Diagnostik

Meine Diagnostik dient der Erfassung der depressiven Symptomatik sowie häufig vorhandener weiterer Problembereiche. Am Anfang biete ich ein zeitlich definiertes Gesprächsangebot an, in dem ich mit dem Patienten zunächst erarbeite, ob ein intensiveres Behandlungsangebot sinnvoll und wünschenswert ist. Neben einer ausführlichen Exploration und Verhaltensbeobachtung des Patienten und evtl. der Bezugspersonen führe ich ggf. eine psychologische Diagnostik mit testpsychologischen Verfahren [Fragebögen und standardisierten Interviews] durch. Weitere evtl. vorliegende Problembereiche [z. B. Selbstwertprobleme, Krisenbewältigung, Angststörungen, Essstörungen, Sucht] werden ebenfalls erfasst.

Therapie

Im Rahmen der Therapie stehen bei mir folgende Therapieziele im Vordergrund:

  • Aufbau einer Tagesstruktur, die neben den Pflichten auch angenehme Aktivitäten vorsieht
  • Automatische Denkschemata [z. B. “ Ich mache alles falsch.“ oder „Ich bin nur liebenswert, wenn ich immer nachgebe.“] identifizieren und verändern, da diese oftmals zu depressiven Symptomen führen
  • Erlernen eines angemessenen Umgangs mit negativen Gefühlen (z.B. Traurigkeit, Angst, Hilflosigkeit)
  • Rückfallprophylaxe zur Vermeidung depressiver Rückfälle, Entspannungsübungen
  • Die pharmakologische Behandlung kann in einigen Fällen sinnvoll sein und wird im Einverständis mit dem Patienten durchgeführt.

 

DR. MED. J. SCHREIECK PSYCHIATER - NEUROLOGE PSYCHOTHERAPEUT

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